Motivationsschreiben schreiben - hier gibt es Hilfe
Inhalt
Das Motivationsschreiben
Das Motivationsschreiben ist der Schrecken aller Schüler und Studenten. In immer mehr Situationen sind Sie und Ihre Schreibkunst gefordert. Sei es bei der Bewerbung um einen Studienplatz, ein Stipendium oder ein Praktikumsplatz – immer häufiger wird zu den regulären Bewerbungsunterlagen zusätzlich noch ein Motivationsschreiben verlangt. Auch wenn diese Forderung zunächst abschreckt, ist das Motivationsschreiben eine gute Möglichkeit sich von anderen Bewerbern, also den Konkurrenten, abzuheben.
Gerade Universitäten mit begehrte Studienplätze und einer Vielzahl von Bewerbern verlangen häufig ein eigenständig formuliertes Motivationsschreiben aus dem, wie der Name schon sagt, Ihre Motivation für die Bewerbung und die angestrebte Tätigkeit (Studium, Praktikum o. ä.) hervorgeht. Es geht den Adressaten dabei vor allem darum herauszufinden, ob der Bewerber wirklich ambitioniert ist und die Bewerbung ernst gemeint ist. Die Gefahr von Fehlentscheidungen im Bereich der Bewerberauswahl ist groß und durch ein Motivationsschreiben können die Bewerber, die sich einfach mal so bewerben von denen, die sich wirklich etwas dabei denken und die Stelle/ das Stipendium/ das Studium wirklich wollen, trennen. Denn nur wer etwas wirklich will, kann dies in einem Motivationsschreiben auch gut rüberbringen.
Was gehört in ein Motivationsschreiben
Das Motivationsschreiben bildet einen wichtigen Teil der Bewerbung. Wie für alle anderen Bewerbungsunterlagengilt auch für das Motivationsschreiben ein gewisser formaler Anspruch. Die äußere Form sollte ansprechend sein und Rechtschreibfehler sind ein K.O.-Kriterium. Für den konkreten Inhalt eines Motivationsschreibens gibt es, anders als beim Lebenslauf, keine festen Vorgaben. Es geht vor allem darum sich zu präsentieren, Ihre Stärken hervorzuheben und Ihre Motivation zu verdeutlichen. Hierbei sollten mit dem Motivationsschreiben vor allem die Botschaften rüberkommen, aus welchem Grund Sie ausgerechnet dieses Studium/ diese Tätigkeit anstreben, warum Sie sich genau für diese Universität/ dieses Unternehmen entscheiden, warum gerade Sie besonders gut geeignet sind und evtl. auch wie Ihre Leistung der Hochschule/ dem Unternehmen nutzen könnte. Zeigen Sie was Sie haben, aber tragen Sie nicht zu dick auf. Es geht nicht nur darum sich zu verkaufen, sondern vor allem darum durch ernsthafte Argumente zu überzeugen.
Wenn der Adressat keine Angaben über die Länge macht, können Sie einen Richtwert von ca. 1-2 Seiten für das Motivationsschreiben ansetzten. Keinesfalls sollte es länger als 2 Seiten sein. Werden Angaben zu der Länge des Motivationsschreibens gemacht, sollten diese möglichst einhalten werden, denn die Prüfer lesen oft hunderte solcher Schreiben und wer zu viel schreibt fällt schnell negativ auf.
Aufbau des Motivationsschreibens
Wie viele andere Schreiben auch, wird das Motivationsschreiben in 3 Teile unterteilt:
Einstieg
Im Einstieg des Motivationsschreibens sollten Sie das Interesse des Lesers wecken und daher am besten mit ein bis zwei guten Argumenten beginnen. Stellen Sie sich die Frage, was Sie genau dazu qualifiziert, z. B. diesen Studiengang zu besuchen und was Sie motiviert. Es sollte mit den ersten Sätzen sofort klar werden, warum genau dieser Studiengang zu Ihnen passt und was Ihre Ziele sind. Der Einstieg des Motivationsschreibens kann dabei sowohl sehr karriereorientiert, wie auch an persönlichem Interesse ausgerichtet formuliert sein. Es geht um Ihre persönliche Motivation und diese ist eben von Person zu Person verschieden. Schreiben Sie in Ihrem Motivationsschreiben nichts, was Sie einfach nur von einem Ratgeber übernehmen. Es geht vor allem um Authentizität und Glaubhaftigkeit.
Hauptteil
Im Hauptteil des Motivationsschreibens geht es nun darum zu zeigen, dass Sie informiert sind, sich mit dem Studiengang auf den Sie sich bewerben, auseinander gesetzt haben und Ihre Argumente aus dem Einstiegt auch begründet sind. Beschreiben Sie in diesem Teil des Motivationsschreibens z. B. den Grund für die Wahl Ihrer Schwerpunktfächer im Abitur (bei einem Bachelorstudium) oder die Wahl Ihres Bachelorstudienganges (bei der Bewerbung für ein Masterstudium). Begründen Sie, wieso Sie sich genau für diesen Studiengang interessieren, evtl. verknüpft mit bisherigen Erfahrungen wie z. B. Praktika in dem Bereich. Möglichst sollten Sie auch Ihre beruflichen Ziele anbringen. Die gesamte Argumentation in Ihrem Motivationsschreiben sollte dabei stets den Grund Ihrer Bewerbung (z. B. das Wunschstudium) im Auge behalten. Daher sollten Informationen, die nebensächlich sind und nichts mit diesem Ziel zu tun haben, möglichst rausgelassen werden. Beschränken Sie sich auf relevante Fakten. Hierbei achten Sie vor allem auch auf einen roten Faden in Ihrem Motivationsschreiben. Häufige Gedankensprünge verwirren den Leser nur.
Schluss
Im Abschluss des Motivationsschreibens heben Sie Ihre Motivation noch einmal hervor und formulieren eine höfliche Grußformel. Dies geht in der Regel leichter von der Hand, als der Einstieg.
Tipps am Rande
Der wichtigste Tipp lautet: Ein überzeugendes Motivationsschreiben erfordert Zeit und Muße. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Anliegen, Ihre Argumente und Ihre Eignung glaubhaft rüberzubringen. Des Weiteren empfiehlt es sich, die Einleitung des Motivationsschreibens einfach zum Schluss zu schreiben. Wie z. B. auch bei studentischen Hausarbeiten lässt sich ein interessanter Einstieg häufig erst formulieren, wenn man den Inhalt der gesamten Arbeit kennt. Ein weiterer Tipp ist es, das Motivationsschreiben nach der Fertigstellung ein paar Tage liegen zu lassen und es dann noch einmal hervorzuholen. Oft erkennen Sie erst mit etwas Zeitabstand Dinge, die Sie noch ändern möchten oder die Sie vergessen haben.

